Sonntag, 23. März 2008

El vive! Er lebt! Alleluja!


Liebe Brüder und Schwestern, verehrte Leser meiner Webseiten - Euch allen ein gesegnetes Ostern anno domini 2008!

Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen,
wußte aber nicht, daß es Jesus war.

Jesus sagte zu ihr:
Frau, warum weinst du? Wen suchst du?

Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm:
Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.

Jesus sagte zu ihr: Maria!
Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!,
das heißt: Meister.

(Johannes 20, 14-16)


Weshalb ist diese Nacht

anders als alle anderen Nächte?



Geheimnis dieser Nacht

Geheimnis dieses Morgens:


Wenn du deinen Namen

dich

angeschaut und gemeint weißt


So in diesem Blick

der Liebe

den Herrn, den Meister erkennst


Jesus

zeig dich denen

die sich suchen

Amen.

Samstag, 22. März 2008

Freitag, 21. März 2008

Viernes Santo - Karfreitag

Aus Liebe will mein Heiland sterben

Aus Liebe, aus Liebe, aus Liebe will mein Heiland sterben,
Von einer Sünde weiß er nichts, nichts, von einer Sünde weiß er nichts.

Dass das ewige Verderben
Und die Strafe des Gerichts
Nicht auf meiner Seele bliebe.

Aus Liebe, aus Liebe, aus Liebe will mein Heiland sterben,
Von einer Sünde weiß er nichts, nichts, von einer Sünde weiß er nichts.

Nochmal diese Arie, die ich erst heuer so richtig entdeckt habe. Christian Fliegner singt als Solist des Tölzer Knabenchores. Mich hat seine Stimme und Interpretation sehr berührt, wunderbar klar und künstlerisch reif.

Keine Theologenworte können mir besser das Geheimnis von Karfreitag erklären als diese viereinhalb Minuten Musik.

Montag, 17. März 2008

Domingo de Ramos en Salamanca


Plaza Mayor






Palmsonntagsprozession in der Altstadt


Bin glücklich weil ich eine Kamera ausborgen konnte und hier wider Erwarten Internetanschluss habe. Voila, die ersten Bilder aus Salamanca.

Sie stammen von der Palmsonntagsprozession mit dem Bischof, an dem v.a. viele Kinder beteiligt waren (siehe oben die weißen Kapuzen). Hab aber nur wenige Kinder gut draufbekommen weil viele Leute und mein Zoom nur dreifach und die Kinder halt auch in Spanien klein sind.

Salamanca ist eine wunderschöne Stadt. Noe, Jesús und ich leben hier in einer großen Comunidad der Jesuiten mit ca. 70 meist alten Brüdern, ein Teil des Hauses wird als "infermeria" also quasi als Jesuiten-Altenheim geführt, wir arbeiten da schichtweise einen Halbtag mit.


Kathedrale


Casa de las Conchas (Haus der Muscheln)

Seminaristen auf Ausgang.
Cruzcampo heißt das Hopfengetränk



Freitag, 14. März 2008

O Crux Ave


Aus der Matthäuspassion von Bach

Aus Liebe will mein Heiland sterben
Harnoncourt, Concentus Musicus, Solo: Wr. Sängerknabe

andere Einspielung
Kommt ihr Töchter helft mir klagen

Bild Michael Morgner



Das was damals geschehen ist beansprucht, Wahrheit zu sein.

Darauf zu antworten scheint heute verzichtbar, allenfalls von privater Wichtigkeit.

Doch - was Größeres ist je behauptet worden? Und geglaubt?


Santa Semana in Andalusien

Nachdem ich die kommende Woche mit zwei Kollegen in einer Jesuitengemeinschaft in Salamanca sein werde, wildern wir doch in fremden Gewässern:

Ein Bericht auf einer - touristischen - Homepage über die berühmten Karwochen-Prozessionen.der Andalusier im Süden Spaniens.
Hier.

Allen eine gesegnete Karwoche!

Dienstag, 11. März 2008

Gedächtnis


Unser kollektives österreichisches Gedächtnis kann am 12./13. März auf zwei Daten zurückschauen.

Auf den Anfang des dunkelsten Kapitels in der Geschichte unseres Landes einerseits, den Tag als Österreich von der Landkarte verschwand. Auf das Ende eines großen Österreichers andererseits, der fest in der Überzeugung war, dass mit dem Tod ein neuer Anfang sich ereignet.

1938
Dieser 13. März 1938. Wir haben nur die Bilder der Macht, uns ein Bild zu machen. Wir kennen nur den Jubel und die Zustimmung.
So beschreibt Marlene Steeruwitz in einem Artikel die Annexion Österreichs durch Hitler-Deutschland. Und wirklich, taucht nicht das Jandlsche "Männchenmeere" des Heldenplatzes unwillkürlich in unseren Köpfen auf? Und zugleich - wie fern ist das uns Heutigen vielfach. Und weiter:
Von den Unglücklichen wird uns kein Bild gelassen. Erst als Material tauchen sie in den bildlichen Aufzeichnungen und den Statistiken wieder auf. Immer bleibt es beim Blick der Macht. Es kann aber nur gesehen werden, was gezeigt wird. Und so müssen wir die Erinnerung an diesen Tag selber weiterdenken. Die anderen. Von ihnen bleibt nur die Erzählung, wenn überhaupt etwas geblieben ist.
Dazu, und dagegen, zwei Bilder (die mich erschreckt haben). Die einen Teil der geschehenen Greuel verorten. Es gab viele Orte in unserem Land, an denen das "KZ" Wirklichkeit war. Zur Wikipediaseite über Mauthausen, die auch eine Liste einiger bekannter Häftlinge in Mauthausen und seiner Nebenlager enthält, hier.


Bild oben: das KZ Mauthausen und seine Nebenstellen in Österreich
unten: Gusen nach seiner Befreiung


Ein weiteres Bild kann ich euch aus diesen Tagen weitergeben. Ein Zeichen des Widerstands, das bis heute im Vilgrattental in Osttirol existiert.

Da ist in einem der Balkone dieser wuchtigen Bauernhöfe groß der Schriftzug "Grüß Gott" zu lesen. Aber erst der geschichtliche Hintergrund lässt uns erahnen, wie mutig dieser Bauer , der das Der hatte es nach dem Anschluss 1938 als Protest gegen den Führer in das Holz hineingearbeitet, zu einer Zeit, als jedermann sich mit dem neuen "Heil Hitler" zu grüßen hatte, als jedermann sich mit der hypnotischen Diktatur und ihren Handlangern gutstellte, wenn man sie denn nicht gar befürwortete. Das althergebrachte Grüß Gott war ihm und vielen in diesem Tal so nicht nur althergebrachte Weise und Brauchttum, sondern religiöses Bekenntnis und daraus heraus Zeichen des Widerstandes.

So wurde denn auch der Bürgermeister dieses Ortes interniert, und Innervilgratten hatte während der gesamten Zeit des Krieges die denkbar schlechteste Behandlung durch die Nazis. Bis heute erzählt man sich dort seine Geschichte, bis heute heißt der Hof der "Grüß Gott Bauer".

2004




In der Nacht auf den 13.3.2004 starb eine der größten Persönlichkeiten unseres Landes, Franz Kardinal König, im 99. Lebensjahr. Eine allgemein anerkannte Vatergestalt Österreichs, bedeutender Konzilsvater, maßgeblich an der Wahl Karol Wojtylas zum Papst beteiligt, Brückenbauer zu anderen Weltanschauungen und den Kirchen des Ostens, Religionswissenschaftler Intellektueller und Mann der Kirche, ein gebildeter, zugleich schlichter Mann des Glaubens, der Noblesse, Humor und Menschlichkeit ausstrahlte, der in seinem Testament schrieb:

"Mein Wunsch ist nur: an meinem Sarg die Osterkerze nicht zu vergessen."

Zwei Erinnerungen. Stimmen aus der Vergangenheit. Jemand Gescheiter hat gesagt: Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es aber vorwärts (Kierkegaard). Auf dass wir hellhörig unseren Verantwortungen entsprechend das Gute wollen und tun können.

Donnerstag, 6. März 2008

Contamos!


Also zähle ich doch. Um allen Besuchern die Gelegenheit zu geben ungefähr abzuschätzen, ob sie die einzigen sind die meine Einträge lesen oder ob da auch noch andere das gleiche tun, habe ich rechts einen Zähler installiert.

Dabei hab ich der Neuierde nachgegeben und mich über die Ambivalenz hinweggesetzt die sich bei mir breitmacht wenn ich anderswo so einen Zähler sehe. Zum einen stößt mich das eher ab. Zum anderen denk ich mir: wow, ned schlecht. Bzw. na, die 210 Besuche in 5 Jahren sind ja nicht die Welt. Und ich bin halt neuierig wieviele da in meine Seiten reinschauen.

Was wird genau gezählt?
Nicht die Seitenaufrufe in Summe werden angezeigt, das ginge ja recht schnell aufwärts, sondern alle "neuen Besucher". Dabei gilt jeder, der nach sechs Stunden wieder auf den Blog geht, als ein solchiger. Anders gesagt, wer innerhalb dieser sechs Stunden 100 mal vom gleichen Rechner aus meine Seite aufruft gilt als EIN Besucher. Alles klar?

Ich denke das ist ein guter Zeitraum, um die notwendige statistische Zäsur zu ziehen. Wenn ich selber auf meinen Blog gehe wird das entsprechend dem Schema oben natürlich auch automatisch mitgezählt.

Dabei hab ich 320 als Startzahl angegeben. So hoch schätze ich in etwa die Anzahl der Besucher bisher. Dabei bin ich von der Zahl meiner Profilaufrufe ausgegangen, als Anhaltspunkt.

So wenig, so viel dazu. War mir wichtig das zu kommentieren.

Viel Segen euch allen!

Montag, 3. März 2008

Inter-rupturen

Wenn einem das Werkzeug aus der Hand fällt soll man aufhören zu arbeiten.

Die Alternative: man ist halt patschert. Eigenartigerweise häufen sich bei mir gerade derartige Zwischenfälle. Vielleicht kennt das jemand. Zwei Beispiele.

Gestern Sonntag, schönes Wetter, juhuuu, gemma Radfahren auf den Radweg. Die ersten 100m, die Gänge rasten nicht richtig ein. Absitzen, anschauen, putzen, weiterfahren. Was passiert 100m weiter: Kette springt raus, verfängt sich so unglücklich, dass es hinten das Schaltwerk (ja so heißt das) abgerissen (!!) hat.

Heute. Bücherabstauben. Die Buchregalkonstruktion in meinem Zimmer besteht einfach aus Brettern, die auf zwei Metallteilen aufLIEGEN und kippen können. So dann auch geschehen, mit dem Ergebnis, dass mein drunterstehender Laptop zwei Buchstaben weniger am Keyboard hatte.

Immerhin weiß ich jetzt wie das Zeug unter den schwarzen Plastikteilen ausschaut und funktioniert. Bzw. funktioniert hat.

Naja, ärgern bringt ja nix.

Ich bin jedenfalls der Überzeugung, dass das Dinge sind, die auf innere Vorgänge in mir schließen lassen. Oder kleine Zeichen sind. Dir passiert etwas, was dir sonst nicht passiert. Und das bedeutet etwas. Wer Ohren hat der höre.

Sonntag, 24. Februar 2008

Still alive


Hör grad die unglaublich guten Fanfare Ciocarlia "Manea Cu Voca", schönes Video, Balkanbrass pur.

Ansonsten hab ich grad die erste Uniwoche hinter mir und versuch euch bald die ersten selbstgeschossenen Fotos zu schicken ... unglaublich wieviel Modelle an Kameras es gibt. Da hängt man Stunden im Netz, liest seitenlange Berichte, und hat noch immer die Qual der Wahl.

Hoffe das neue Design des Blogs gefällt euch halbwegs. Hasta luego!

Sonntag, 17. Februar 2008

Es gibt sie doch!


... Schulen des christlichen Gebetes.

So gesehen vor drei Tagen in der Basilica S. Maria sopra Minerva in Rom, die von Dominikanern betreut wird.Vier Wochen, mit jeweils einer Woche Pause, von Montag bis Freitag, 21.00-22.00 Uhr, nach dreißig Minuten Katechese dreißig Minuten persönliches Gebet in absoluter Stille.

Themenkostproben: "Das Gebet und der Atem der Seele". "Sich selbst kennenlernen". "Das liturgische Gebet". "Die Schwierigkeiten der Praktizierenden". "Hören bedeutet lieben". "Auf Jesus hören." "Das Herzensgebet vor der Eucharistie" ...

Wie schön wäre es doch, wenn in vielen Gemeinden, Ordensgemeinschaften, Bewegungen solche Gebetsschulen entstehen würden!

Vgl. dazu das Ruhegebet nach Johannes Cassian.

Freitag, 8. Februar 2008

Zurückschauen, bevor ich mich ins römische Intermezzo stürze

Morgen früh flieg ich nach Rom, wo ich mit meinen Kollegen vom Wiener Priesterseminar eine Woche verbringen darf. Ursprünglich wollte ich ja in Rom studieren, ist einer meiner Weltlieblingsorte. Dort atmet noch das alte Imperium, lebt der Geist des Christentums und der Apostel, mischt sich der Geruch von Pizza mit dem Gestank des Verkehrs. Und immer ists eine Pilgerreise, immer fehlen die Stunden um die tausend Schätze dieser Stadt zu erkunden.

Mein Blog wird also ebenfalls eine Pause einlegen. Zeit für eine kleine Zäsur. Was blieb so hängen in den ersten vier Wochen?

Die Gemeinschaft im Colegio: die Amtmosphäre ist sehr brüderlich und international, was mir ganz besonders gut gefällt. Und mit der Zeit werd ich wohl auch die bromas (Schmähs) mitkriegen, an denen es nicht fehlt.

Die Zeiten in unserer Hauskapelle: die Gegenwart des Herrn im Tabernakel, dem neuen Bundeszelt. In jeder Kapelle und Kirche - immer schon ein zuhause.

Der andere Tagesrhythmus: ich hab halt noch immer um spätestens 12.30 und 19.00 Uhr Hunger (wir essen um 14.00 und 21.00 Uhr).

Die Sonnenuntergänge, die hier täglich direkt vor meinem Fenster stattfinden, sind wunderschön. Der ganze Himmel leuchtet. Und jeden Tag anders.

Die Sprachmelodie des Castillano. Hombre, qué pasa?

Das Essen im Haus: muy rico (reichhaltig)!

Die Sprachschule und die Leute dort. Wiewohl ich viel Englisch mit den Amis geredet haben. Unser Abschluss"abend" war echt fein.

Die Herausforderung und die Chance: mir tut der Aufenthalt hier auf vielen Ebenen schon jetzt gut. Die Arbeit und das Sprachelernen werden aber nicht weniger werden.

Viel Sonne.
Eine riesige Stadt mit schnurgeraden 6 spurigen Prachtstraßen (plus Bäume, Nebenfahrbahn, breiten Gehsteigen etc) und verwinkelten Altstadtgassen.
Überall viele Menschen auf den Straßen.
Fortgehmeilen, Bar neben Bar, und einem dichten Gemisch aus Einheimischen und Fremden.
Die vielen naturgewellten Haare, der elegante bis modische-weibliche Kleidungsstil der Madrilenas.
Die typischen schwarzen kleinen Schmiedeisenbalkone an den Fenstern der Stadtfassaden.
Der penetrante Geruch von Fisch und den Schweinsschinkenhaxen in den Supermärkten.
Dass viele hier viel rauchen.
Das Geräusch der Fußgängerampeln bei grün.
Dass es relativ sauber ist in der Stadt.
Trotz des vielen Verkehrs die gute Luftqualität.
Die Farbe der Stadt: rot, Ziegelton.

Womit ich wieder bei Rom angelangt wäre, das einen ähnlichen Farbton hat. Amigos, hasta la vuelta!

Dienstag, 5. Februar 2008

Schatten und Licht

Schatten
Warum funktioniert auch im 4. Anlauf dieses *** Internet-Anmeldungsformular für die Uni-Asignaturen nicht? Pedro neben mir meint, dass die immer Probleme haben hier mit dem System. Hilft mir jetzt auch nicht. Brauch endlich die Matrikulation und ein neues Passwort für den PC.

Was passiert, wenn man die Stimmen von Joe Cocker, einem Kettenraucher und einem Donkosakken mischt? Bingo, die ist ein Lercherl***** gegen meinen Hals heute früh. Werf fleissig Mittelchen ein und kratz hoffentlich bis zum Abflug am Samstag die Kurve.

Quäle mich durch diverseste Internetsuchseiten, weil ich mir endlich eine kleine Kamera kaufen will. Unendliche Infos, und so viel zu bedenken. Wird sie Farbsäume haben, rauschen beim Zoomen bzw. hohem ASA, wie gut ist der Chip, wird der Monitor auch bei hellem Sonnenlicht gut sichtbar sein etc. Ein gute Seite mit Profitipps: www.henner.info

Licht
Hab endlich meinen Stundenplan beisammen. Hatte gestern ein ausgezeichnetes Gespräch mit dem hiesigen Dekan wegen meiner Diplomarbeit. Kann auch mit abgelaufendem Zwischenzeitpasswort ins Internet (danke Kollegas!). Pedro hat mir 4 echt interessante CD aus "Mechiko" geborgt. Und heute gabs Rioja, Jamón (direkt vom Schweinshaxen) und Ständchen in ca. 10 versch Sprachen für P. Nicolás 80er beim Mittagessen. Wunderbar.

Montag, 4. Februar 2008

Was uns alte vergessene Wörter sagen könnten

Zugegeben, den Fasching hab ich heuer nullkommagarnix zelebriert.
Hm. Hab ich immer ein bissl schade gefunden, dass wir so gar keine lustige liturgische Zeit haben. Das Lachen hat im Christentum eigentlich erst im traditionellen Ostergelächter seinen liturgischen Platz (gehabt).


Aber jetzt steht die Fastenzeit vor der Tür. Ich liebe diese Vorbereitungszeiten auf Weihnachten und Ostern. Klassischerweise auch Bußzeiten genannt. So ein verstaubtes Wort aber auch.

Dazu mal ein paar herbere Brocken aus dem Katechismus (aus dem Abschnitt über die Vergebung der Sünden). Nahrhaft, aber bitte gut kauen.
Und vielleicht entdeckst du ja eine neue Seite an der "Buße" - wär ja möglich....


1434. Die innere Buße des Christen kann in sehr verschiedener Weise Ausdruck finden. Die Schrift und die Väter sprechen hauptsächlich von drei Formen: Fasten, Beten und Almosengeben [Vgl. Tob 12,8; Mt 6,1--18.] als Äußerungen der Buße gegenüber sich selbst, gegenüber Gott und gegenüber den Mitmenschen.

Neben der durchgreifenden Läuterung, die durch die Taufe oder das Martyrium bewirkt wird, nennen sie als Mittel, um Vergebung der Sünden zu erlangen, die Bemühungen, sich mit seinem Nächsten zu versöhnen, die Tränen der Buße, die Sorge um das Heil des Nächsten', die Fürbitte der Heiligen und die tätige Nächstenliebe -- „denn die Liebe deckt viele Sünden zu" (1 Petr 4, 8).


1435. Bekehrung geschieht im täglichen Leben durch Taten der Versöhnung, durch Sorge für die Armen, durch Ausübung und Verteidigung der Gerechtigkeit und des Rechts [Vgl. Jak 5,20], durch Geständnis der eigenen Fehler, durch die brüderliche Zurechtweisung, die Überprüfung des eigenen Lebenswandels, die Gewissenserforschung, die Seelenführung, die Annahme der Leiden und das Ausharren in der Verfolgung um der Gerechtigkeit willen.

Jeden Tag sein Kreuz auf sich nehmen und Christus nachgehen ist der sicherste Weg der Buße [Vgl.
Am 5,24; Jes 1,17].

Samstag, 2. Februar 2008

Wir, der Tellerrand und der Rest der Welt

Pater Wellars aus Ruanda war gerade hier im Computerraum und wir haben kurz gesprochen, Unizeug etc. Ich mag ihn sehr, er ist ein sehr feiner und fröhlicher Mensch, ein liebenswürdiger und aufmerksamer Kollege, fast auf den Tag genauso alt wie ich.

Noch nie haben wir geredet über das was passiert ist bei ihm zuhause, damals vor gar nicht langer Zeit (1994), als in einem dreimonatigen Genozid 800.000 Menschen ermordet wurden. Die Kollegen haben mir geraten, ich solle unsere beiden Padres aus Ruanda besser nicht darauf oder auf irgendwelche "Stämme" ansprechen ... zu vieles ist da offenbar noch verletzt.

Tür an Tür leben wir hier, versorgt in allem, im Luxus, wenn man´s genau nimmt. Und was für Geschichten tragen wir doch alle mit uns herum. Und manche tragen wohl besonders schwere.

Ein zweiter Gedanke in ähnlicher Richtung. Wir feiern als Kirche täglich, dass wir EIN Leib sind mit Christus, und durch ihn untereinander. Wie sehr sehne ich mich danach, dass wir als Kirche in österreich neu aufwachen und Solidarität konkret leben. Wieso hat nicht einfach JEDE Pfarre irgendwo in der Welt eine Partnerpfarre mit der sie einen brüderlichen Austausch pflegt, geistig, menschlich, finanziell, theologisch?

Mir ist das gestern und heute wieder sehr durch den Kopf gegangen. Ich lebe ja hier mit Seminaristen und Priestern, die wieder zurückkehren werden in ihre Heimat. Ob sich Kontakte halten könnten über die Jahre hinweg? Wie sehr würde mich das freuen. Wie sehr würde das Wort vom einen Leib, von der einen katholischen, weil weltweiten Kirche konkreter werden.

Wir würden, Nord und Süd, Ost und West, nur davon profitieren können. Aber wem ist es denn ein echtes Anliegen? Wer schaut denn über den Tellerrand?

¡Bendiciones desde Madrid!

Dienstag, 29. Januar 2008

Meine Zeit ...

... ist begrenzt. Sehr nüchtern muss man das sehen.

Bin jetzt schon die dritte Woche hier ... noch vor kurzem hab ich viel von meiner Abreise geträumt, jetzt weiß ich, dass ich ganz angekommen bin: Ich reg mich schon über die ersten Dinge auf :)

Meine begrenzte Zeit. Das heißt für mich jetzt zuerst mal "Pflicht erfüllen" - altes Wort, aktuelle Faktizität: Altlasten abarbeiten, wenn möglich nicht die Erledigung von Dingen rausschieben, die ohnehin getan werden müssen.
(Ich sage das weil mir Geduld und Zuwartenkönnen ohnehin eher leicht fallen).

Also konkret:
NICHT zuerst den Film von Almodovar anschauen, sondern Vokabel lernen.
NICHT den interessanten Artikel von Spidlík (e. Ostkirchenfachmann) lesen, sondern den Artikel von vorgestern für die Diplomarbeit zusammenfassen.
NICHT am Design des Blogs herumbasteln, sondern lieber die Untiefen des spanischen Stundenbuches mit dem Wörterbuch ausloten.

Und deshalb hasta pronto und Tschüss,
und die besten Wünsche zum Umgang mit der Zeit.

Samstag, 26. Januar 2008

Nunc dimittis


Tja, nachdem ich die Komplet in den letzten Wochen komplett vernachlässigt habe, ein kleiner Link zum anhören damit ichs nicht ganz vergesse.
Palestrinas Version, von einem guten englischen Ensemble gesungen (wunderschön), aquí.
Besser die Augen zumachen beim Video (besonders die Mimik des Dirigenten am Anfang) bzw. Text und Infos dazu lesen aquí.

Erinnere mich grad an die Komplet, die ich in Engelszell mit den Trappisten mitfeiern durfte vor vielen Jahren. Ganz im Dunkeln fast, nur zwei Kerzen, anschließend das Salve Regina, eine lange Version, dann Stille.

Auf ein Klopfzeichen gingen wir, natürlich im Schweigen, im Gänsemarsch Richtung unserer Zellen, vorbei an Pater Abt, der uns einzeln mit einem triefenden Weihwasseraspergil segnete.

Schön, wie nahe einem die Vergangenheit kommt wenn man vom gegenwärtigen Alltäglichen Abstand nimmt.

Dienstag, 22. Januar 2008

Verwackelt, aber immerhin

Die ersten Fotos.
Natürlich alle gefälscht :)









Ricardo (Kongo), Omar (Mexiko) y yo
auf Erhohlungstour nach unserem Pradobesuch
am Sonntag, bei Tapas und einer cana cerveza.
Und Atletico gegen Real Madrid im TV.
Spanienkultur pur.

Montag, 21. Januar 2008

Aussprache

Wie peinlich. Hatte samstags einen Gesprächstermin mit dem Spiritual total verschwitzt (im wahrsten Sinne, war nämlich joggen) und der war daraufhin ziemlich suaer emotional, weil er gedacht hat sein Gesprächsangebot ist mir wurscht, was mich selber wiederum beschäftigt hat.

Wie befreiend. Haben heute die Sache ausgesprochen und alles ist wieder in brüderlicher Ordnung.

Wie bezeichnend. Man hat diese Spannung zwischen uns gemerkt in den letzten Tagen. Die Blicke sind nicht mehr frei. Innerlich fehlt alle Leichtigkeit. Das Lächeln ist konstruiert.

Wie dankbar. Unter der Dusche ist mir nach dem Joggen eingefallen- oje, da war doch der Termin. Heute unter derselben Dusche war klar dass ich P. Spiritual nochmal daraufhin ansprechen muss. Für mich war das ein Fingerzeig des Herrn.