Donnerstag, 29. Mai 2008

Deutschland - Griechenland 0:1

Wie Sokrates zum Fußballstar wurde und warum auch Marx keine große Hilfe war für die Deutschen. Zwischen Lernstress und Fußball-EM eine Monthy Python Produktion als Klick-Link.

Wie würden die spanischen Radiokommentatoren sagen (in zehnfacher Edi Finger Lautstärke)? Goooooooooooooooooooooooooooooooooooaaaaal! Go-go-go-goooooooooal!!

Samstag, 24. Mai 2008

www.coenaculum.blogspot.com - Werde Co-Autor!


Habe kurzfristig angedacht, einen neuen Blog anzubieten. Vielleicht wird auch eine neue unabhängige Homepage daraus, werden sehen.

Er soll von VIELEN Leuten gestaltet werden soll und im Internet eine ästhetisch ansprechende, inhaltsreiche, meditative Oase des zur Ruhe Kommens und des Zeugnisses für den Glauben an den lebendigen Gott, der nicjht vor Kitsch, Kreuzen und strotzt und dem nicht gleich das "Achtung ich bin katholisch" überall raushängt.

Ich suche dazu Co-Autoren, die Freude haben, ansprechende Bilder, kurze Gebete oder Heiligenzitate, selbstverfasste tiefgehend-scharfe Impulse, .... beizusteuern. Leute, die Spaß haben nicht nur ihr StudiVZ einzurichten sondern auch so kreativ Zeugnis zu geben und im Internet präsent zu sein,

Bzw. auch einfach nur gemeinsam kreativ zu sein, an einem Projekt zu arbeiten, einander mit guten Einträgen zu überraschen.

Die Adresse und ein erster Eindruck: www.coenaculum.blogspot.com

Der Start soll im Juli 2008 erfolgen. Ideen, Vorschläge, Kritik usw. sind gerne ab sofort gesehen. Hier oder auch an: stefanschweiger@gmx.at

P.S.: die Bedienung der Blogger-Programmiermaske ist watscheneinfach.

Freitag, 23. Mai 2008

Zusammengewürfeltes


So, erstes Uni-Examen geschafft. Ein gutes Gefühl nach all dem Stress. Es regnet wie aus Kübeln schon den ganzen Tag, und ich bin nach einer laaangen Siesta wieder am munterwerden. Schon wieder eine Woche um ...
  • Schön langsam drängt alles zum Ende, und ich würde noch gerne länger bleiben. Habe so viel Gutes hier erfahren. Irgendwie freuts mich nicht heimfahren.
  • Hab am Blogschreiben Gefallen gefunden. Werde in irgendeiner Form zuhause weitermachen. Wird aber einen anderen Charakter brauchen. Ein anderes Profil.
  • Hab am vergangenen Wochenende an einer Regionalversammlung der charismatischen Erneuereung teilgenommen und ein paar junge Leute kennengelernt. So werde ich in der nächsten Zeit auch zwei Gebetskreise hier in Madrid kennenlernen. Wie schön!
  • Waren vorgestern mit der Klasse der Moral-Lizenziatur auf Exkursion in Burgos. Besonders die Begegnung mit einem Karthäuser (jawohl, absolute Ausnahme für uns ... war sehr beeindruckend) ist bei mir hängen geblieben. Was für eine Transparenz und Klarheit dieser Mann ausgestrahlt hat! Viele heiligmäßige Menschen leben unter uns ... auch wir dürfen uns anstecken lassen....
  • Erfahre mich zur Zeit sehr von Gott beschenkt. Er klopft auch an eurer Tür.

Sonntag, 18. Mai 2008

Video auf YouTube


YouTube Video-Fotoschau über meinen Ausflug nach


Andalusien mit den meisten Leuten meines Colegios


zusammengestellt von Noé aus México. Enjoy!

http://www.youtube.com/watch?v=RtXtmA1Uslw

Freitag, 16. Mai 2008

Spanischklasse Abschluss

Ein paar Fotos von der letzten gemeinsamen Spanischklasse auf der Uni letzte Woche. Viel Spaß.

Dienstag, 13. Mai 2008

Was Jesus heute tut

Leute, ich muss euch das einfach weitererzählen, die vielen Zeugnisse vom Pfingsttreffen am vergangenen Pfingstwochenende in Salzburg sind eine Wucht sondergleichen. Hat mich sehr berührt. Da kann man nur heulen vor lauter FREUDE!

So viele kennen Kirche nur fad und flach, lasst euch von diesen Zeugnissen anstecken und wer noch nie dort war oder wer junge Leute kennt die offen sind für sowas - kommt einfach im nächsten Jahr nach Salzburg! Die Orte der Gnade sind heute da wie in den Tagen der ersten Christen. Nur hingehen muss man damals wie heute selber ...

Klickt euch hier rein. Und dann sagt mir, dass das alles nur Massensuggestion ist oder was... Es ist niemandem unmöglich gemacht, selber Ähnliches zu erfahren.

Ich war selber schon paarmal dort, meistens mit der Band, und es war immer ein einzigartiges unvergessliches schönes und tiefgehendes Erlebnis.
Ein Leben mit dem lebendigen Gott ist so schön! Das ist wie wenn man verliebt ist ...

Montag, 12. Mai 2008

Alfred Delp, Franz Jägerstätter

Erweiterung des Teiles "Menschen mit Botschaft" in der rechten Blogspalte: heute habe ich einen Link zum unlängst selig gesprochenen Franz Jägerstätter und den ebenso unter den Nazis hingerichteten Jesuitenpater Alfred Delp hinzugefügt. Beide gilt es für die heutige Zeit und heutiges Christentum zu entdecken.

Ein starkes Zitat von A. Delp, dass mich manchmal begleitet, auch hier in Spanien:

„Innerlich habe ich viel mit dem Herrgott zu tun
und zu fragen und dran zu geben.
Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten:
Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen,
wir aber sind oft blind.

Wir bleiben in den schönen und den bösen Stunden hängen
und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt,
an dem sie aus Gott herausströmen.

Das gilt … für alles Schöne und auch für das Elend.
In allem will Gott Begegnung feiern
und fragt
und will die anbetende, hingebende Antwort.“

(geschrieben im November 1944 aus einem Gefängnis in Berlin, rechnend mit seiner Verurteilung zum Tod)

Samstag, 10. Mai 2008

Wahrheit I


Manchmal sehe ich in den Augen derer, mit denen ich über den Glauben ins Gespräch komme, etwas wie Angst oder eine prompte innere Sperre oder Flucht - ich denke das kommt aus einer Beunruhigung, dass die eigene Position, das Leben zu betrachten, vielleicht nicht die richtige sein könnte.
Und das Gespräch nimmt eine andere Wendung oder verläuft im Sand.

Und ich denk mir nicht - na der soll gefälligst gläubiger werden! Aber schon: na da wurmt ja was herum, da bohrt doch eine Anfrage, eine Unzufriedenheit, geh ihr doch nach! Wohin immer das den einzelnen dann auch führen mag.

Aber viele heutzutage ziehen eben aus dieser Unruhe keine (intellektuelle, existentielle) Konsequenz: sie machen sich nicht auf die Suche nach der Wahrheit. Dieses Ding mit der Wahrheit hab ich lange nicht verstanden. Von Edith Stein sagt man zB, dass sie, bevor sie gläubig wurde, intensiv nach der Wahrheit gesucht hat. Dasselbe hat eine andere Jüdin, Etty Hillesum, in ihren Tagebüchern beeeindruckend geschildert. Das schien mir aber immer ganz fern dem Lebensgefühl unserer heutigen Generation zu sein.

Da kam mir diese oben beschriebene kleine Erfahrung meinerseits aus diversen Gesprächen (in der Spanischklasse, bei einem Hausfest) in den Sinn. Viele beginnen erst wenn sie sich emotional oder existentiell stark erschüttert oder unbefriedigt vorfinden diesen Prozess des Sich Aufmachens, Suchens, Forschens, Denkens, neuen Lebens.

Wie ermutigt uns da doch jene universelle Verheißung, die uns verspricht: " Sucht, und finden werdet ihr" (Mt 7,7)

Montag, 5. Mai 2008

Al-Andalus, Uni und Pfingsten

Morgen also das erste kleine Examen. Bis Juni heißt es ab jetzt reinbeissen.

Waren wie schon erwähnt im Süden Spaniens vier Tage unterwegs, und ich bin wirklich begeistert. Granada und Cordoba haben nicht nur durch ihre 30 Grad Anfang Mai, ihre Fiesta Atmosphäre, das Flamenco-Carmen-Palmen Ambiente und die jeweils landschaftlich herrliche Lage mein Herz gewonnen, sondern vor allem durch einzigartige Gebäude wie die Alhambra in Granada (auch von außen nett), die Kathedrale/Moschee von Cordoba, die bewegte Geschichte, die Mischung jüdischer, muslimischer, christlicher Stile.

Natürlich war uns durch unseren Rektor P. Martos, selbst in Cordoba aufgewachsen, Kind einer grossen (adeligen) Familie, ein einzigartiger Führer geschenkt. Und wir haben als Gemeinschaft diese Zeit echt genossen.

Einige von uns verbringen genauso wie ich ihre letzten Wochen hier in Spanien. So bin ich nicht der Einzige, der mit dieser Perspektive die kommende Zeit hier leben wird.

(¿Quiza escribiré también un poco en Español hasta mi partida? Vamo´ a ver. ¡P´a´lante! :))



Auch die Liturgie fällt unter das Diktum der Beschleunigung in diesen Tagen. Nach Christi Himmelfahrt, nachdem Jesus mühsam den Seinen klarmachen musste was das mit der Auferstehung auf sich hat, folgt nun eine neue Zeit- zunächst eine des Alleineseins, ohne den Auferstandenen, aber mit einer Verheissung. Im Gebet wiederholt die Kirche heute genau dasselbe wie die Jünger und Apostel damals: sie betet um die Ausgießung des Heiligen Geistes.

Wer skeptisch ist, wer oder was das sein soll, hat diese Skepsis mit den Jüngern gemein. Wie den ersten Christen aber will sich der Herr auch auf diese Weise uns heute offenbaren. Da könnte man schon neugierig werden. Und wenn man die Stellen über den Heiligen Geist und alles, was er bewirkt hat, in der Apostelgscheschichte schon mal vorweg studiert, umso mehr.

Komm, heiliger Geist, belebe uns neu durch deine Gegenwart.
Euch allen viel Segen und Freude auf eurem Weg.

Mittwoch, 30. April 2008

Puente

Puente heißt eigentlich Brücke. Aber so nennt man hier auch ein langes Wochenende... welchiges unmittelbar bevorsteht und das ich mit einem Großteil der Leute aus meinem College (siehe Bild des letzten Blogeintrags) in Granada, Cordoba und Umgebung verbringen werde. Aber bevor ich mich in mein Metallgestellbett schmeiße, noch Folgendes:

Lese grade einen Klassiker aus den Unineted States - Richard Niebuhrs Christ and Culture (1951). Wie leben die Christen ihren Glauben in ihrer Kultur und Umwelt? Wo lebt man wie Alternativkultur, wo wird mit welchen Worten über Chrsitus und seine Botschaft gesprochen? Wie leben die Christen ihren "doppelten Kampf" im Ringen um ein rechtes christliches Leben - Gott gegenüber und ihrer jeweiligen Kultur? Welche Antworten haben in den letzeten 2000 Jahren die Christen gegeben?


Steht Christus über jeder Kultur, oder der Kultur (vor allem, ausschließlich, auch?) entgegen? Oder sieht der Christ ihn als denjenigen an, der die jeweilige Kultur und die Christen vielmehr verwandelt? Oder gibt es vor allem Übereinstimmung, ist Jesus der Erfüller der menschlichen Kultur oder zB mit einer Kultur - etwa der westlichen - unauflöslich verbunden?

Diese Fragen betreffen ja nicht nur den einzelnen Christen, sondern auch die Kirchen und die zivilen Staaten und Gesellschaften. Aber zunächst einmal mich. Wofür trete ich - ausgesprochen oder nicht, bewusst oder nicht - ein, wo stehe ich?

Das schöne an einer Tyologie ist ja, dass man sich da unwillkürlich fragt, wo man denn jetzt selber reinpasst. Was dann zum Nachdenken anregt. Typen sind vor allem Werkzeuge, um besser zu sehen, nicht um sich und andere zu schubladisieren. Jedenfalls hat die bisherige Lektüre meinen Blick geschärft, einen Blickwinkel aufgetan: so und so auf die Dinge hinzuschauen.

Zu Recht bemerkt der Autor des Vorwortes: Klassiker sind Bücher, die einen Beitrag leisten, an dem man, immer wenn man über das betreffende Thema spricht, nicht herumkommt, die Begrifflichkeiten und Unterscheidungen schaffen, die bleiben, die ihr Gedankenwerkzeug ganzen weiteren Generationen zur Verfügung stellen.

In welcher Weise ist Christus für die heutige Welt relevant? Was werden die Historiker über unser Christentum einst schreiben? Zu meinen wir wären unwichtig für das Weltgeschehen halte ich für falsch und unwürdig.

Zum Abschluss genau dazu ein Zitat eines Spaniers, der seinerseits viele Menschen bewegt hat, ihre Kultur(en) von Christus her zu erneuern:
Ein Geheimnis - ein offenes Geheimnis: es gibt Weltkrisen, weil es an Heiligen fehlt.
Gott wünscht eine Handvoll "seiner" Leute in jeder menschlichen Tätigkeit. - Dann... "pax Christi in regno Christi" - der Friede Christi im Reich Christi.

Josemaria Escrivá de Balaguer, Der Weg Nr 301

Dienstag, 22. April 2008

Nachbarn, Kollegen, Freunde

Ich fühl mich sehr wohl hier im Haus, das hab ich schon ganz zu Beginn gesagt und das hat sich nicht verändert. Mit allen hab ich eine gute bis sehr gute Basis gefunden, die Leute sind echt unkompliziert und entstpannt.


Hier für euch das offizielle Gruppenfoto vor unserem Haus, die Qualität - na, ist nicht der beste Apparat gewesen. Werde euch meine Hausgenossen wenn ich Zeit finde noch näher vorstellen - auch weil sie teilweise Lebenserfahrungen aus Ländern mitbringen, die wirklich ganz anders sind als das was wir so kennen...

Heute beim Austausch hat P. Pierre-Claver aus Rwanda (letzte Reihe, 3. von re, Kopf leider etwas verdeckt) von der Situation der Priester in seiner Heimat erzählt. Er kennt Priester, die manchmal einen ganzen Tag NICHTS zu essen haben bzw. ganz einem normalen Beruf nachgehen um sich wenigstens irgendwas leisten zu können.

Und mit Raisy aus St. Domingo (1.Reihe stehend 5. v.re) hatte ich zuvor noch ein Gespräch - warum zB nicht in Bildung investiert wird, die Gesellschaft nicht die korrupte Politik ändert etc. Er sagt, in ganz Südamerika haben sie das Problem, dass die Reichen und die Schicht mit Einfluss und Macht, also die, die etwas ändern könnten, ihr eigenes Leben führen, zB ihre eigenen elitären Privatschulen nach US-amerikanischem oder französischem System haben, mit 18 ihre Kinder auf Unis ins Ausland schicken etc. Das also die Elite NICHT für das Allgemeinwohl denkt und arbeitet.

Ich hoffe sehr, dass sich in unserer einen Welt die Dinge ändern. Nicht allen Reichen allen Reichtum nehmen und verteilen - aber Strukturen so ändern, dass alle Chancen und gerechte Bedingungen finden, menschenwürdig zu leben, zu arbeiten, wo Rede- und Pressefreiheit, wo eine funktionierende Justiz existiert usw. Da denk ich mir oft: Das kann doch ned sein dass das nicht funktioniert wenn nur bissl Wille und Einfluss der reichen demokratische Staaten da wäre etc....!!

Wie schwer das aber aufzubauen ist (selbst wenn es viele gut gewillte und gut ausgebildete Leute gibt), und wie gut das eigentlich bei uns zuhause funktioniert, das lerne ich hier immer mehr.

Mittwoch, 16. April 2008

Avila


Heute ist Sightseeing und virtuelle Wallfahrt angesagt. Am Wochenende war ich mit Wilmer aus Peru in Avila, der heiligen Terese einen Besuch abstatten und die kleine Stadt auf 1100m Höhe, nahe der Grenze zu Portugal, besichtigen.


Berühmt ist auch die rund um die Stadt gehende Mauer aus dem 12. Jh. Besonders eine (tlw. neu nachgebaute) römische Brücke plus Wegsteine abseits aller Touristenpfade hats mir angetan ... den Weg hat die Heilige mit Sicherheit öfters benutzt.


Oben die Kirche (mit Kloster natürlich) über ihrem Geburtshaus.

Teresa ist eine echte Powerfrau ihrer Zeit. Mit den Füßen auf der Erde, und ganz ihrem geliebten Jesus hingegeben. Bis heute denk ich ist ihr Modell einer auf zwölf beschränkten Gemeinschaft von Kontemplativen eine attraktive alternative Lebensform vieler Frauen. Ihre Schriften zählen zum Besten was wir an Schätzen geistlicher Art in unserer Kirche haben.

Hab den kurzen Aufenthalt genossen, auch wenns saukalt war. Jetzt fehlen noch Santiago de Compostela und Loyola als geistliche Fixpunkte eines Spanienaufenthaltes eines Theologen...

Viele Menschen in Paraguay hoffen auf einen Ex-Bischof


Christentum und politisches Engagement, ja nonaned, aber in unserer christlich-müden österreichischen Volkspartei? Oder in einer neuen christlichen Partei, die mit (teilweisen) guten Zielen einfach zu engstirnig unsekular agiert, um selbst für Erz-gläubige eine Alternaive ... ich meine, Alternative zu sein?

Paraguay wählt am 20. April einen neuen Präsidenten. Der ehemalige katholische Bischof von San Pedro im Norden des Landes, Fernando Lugo, ist einer der Kandidaten. Dass ein Bischof sein Amt niederlegt (vom Vatikan 2006 "suspendiert" von seinen priesterlichen Diensten und somit freigegeben für die Politik) und politisch für das Volk dasein will, ist einfach wunderwunderbar für mich. In Paraguay besitzen 2% der Einwohner 80% des Landes. Viele leben fern von politischer Einbeziehung (Indios) oder in Armut.

Wir denken normalerweise die Kategorien Politik und Liebe nicht zusammen. Chiara Lubich hat einmal die Politik als "höchste Form der Liebe" bezeichnet, weil sie die Bedingungen schafft, in der jeder (in Würde) seiner (von Gott geschnekten) Berufung als Mensch folgen kann. Heute ist die Form des klassischen Almosengebens das gesellschaftliche und politische Engagement als Christ. In diesem Sinne hoffe ich auf Gerechtigkeit für alle Menschen in Paraguay - besonders aber für die Armen und Indios.

Vgl. dazu den ORF Beitrag über Paraguay.

Montag, 14. April 2008

Jö, schau die Leut an die das gleiche lesn wie ich ...

Nachdem ich meine Literaturliste aufgepäppelt habe war ich natürlich gespannt, wer welche Autoren und Leseleidensachaften mit mir teilt, und - interessant! Die Typen die Beckett mögen sind durch die Bank eher schräge Vögel irgendwie, Lebert kennt kein Schwein, Schande über die Menschheit Kunze auch nicht, Mörike lesen drei, sogar einen zweiten interessiert mein Zizioulas (natürlich ein Theologe), Schiller favorisieren immerhin 12 Leutln, aller eher so Lebelustige mit Rohrkrepierblogs, hingegen 900 Einträge bei Milan Kundera.

Für mich eine der interessanten Weisen Menschen und ihre Lesegewohnheiten von überall "kennenzulernen". Wen´s ebenso interessiert ab ins Profil und bei den Interessen durchklicken.

Schönen Abend aus Madrid!

Freitag, 11. April 2008

Glaube und Wirklichkeit


"Der Glaube deutet die Wirklichkeit. Er ist keine letzte absolute Gewissheit und bietet keine absolute Sicherheit. Es gibt keinen Glauben ohne Zweifel. Aber es gibt auch keinen "Nicht-Glauben" ohne Zweifel.

Die Frage ist, ob dieser Glaube der Wirklichkeit entspricht oder nicht. Wir können die Deutungsmuster anschauen, mit denen Nicht-Glaubende die Wirklichkeit interpretieren. Entspricht das mehr der Wirklichkeit als Deutung des Glaubens?"

(Anselm Grün, Buch der Antworten)

Montag, 7. April 2008

My personal Jesus?


Caesarea Philipi ist bis heute u.a. wegen seiner imposanten Jordanquelle ein beliebtes Ausflugsziel. Dort gab es zur Zeit der römischen Besatzung auch einen großen heidnischen Tempel, mit Wahrsageservice etc. Dort hat Jesus, so wird berichtet, seine Jünger gefragt: "Für wen halten die Leute den Menschensohn? ... Ihr aber, für wen haltet ihr mich?"

Erst heute ist mir aufgefallen, dass das eine Frage vor allem an diejenigen ist, die schon länger ihren Weg mit Jesus gehen, vielleicht ähnlich wie die Jünger in Mt 16, die in vielen Monaten ihrerseits zwei unglaubliche Brotwunder und unzählige Heilungen gesehen, den Gang Jesu auf dem Wasser, die Bergpredigt, ihre eigene Berufung, einen Propheten erlebt hatten, der sich selbst als "Menschensohn" bezeichnete.

Jetzt fragt sie der Herr in Caesarea, im nördlichsten Teil Galiläas, unmittelbar bevor er ihnen zum ersten Mal seinen Tod ankündigen wird, hinunter nach Jerusalem ziehen wird, sie enttäuschen wird in ihrer Hoffnung auf einen Messias den alle Welt als Sieger erkennen muss. Fragt sie, die ihm schon längts überallhin folgen, wer er in diesen Wochen und Monaten für sie geworden ist. Ganz persönlich. Ihn interssiert eben gerade nicht was die Leute so sagen.

Und, wie schön. Petrus findet seine Antwort, die mehr ist als das "korrekte Bekenntnis". "Du bist der Messias" Und sozusagen zugleich offenbart ihm der Herr seine daraufhin dessen "zweite" Berufung: "Du, Simon, du bist der Petrus, das ist jetzt deine Berfung für diese Welt, in der Kirche".

In diesem intimen Bereich seiner Beziehung zum Herrn erkennt Petrus Jesus als seinen Heiland, empfängt und entdeckt er so auch seine persönliche tiefere Berufung. Und zugleich spricht hier Petrus im Namen der Zwölf, zugleich ist seine zweite Berufung eine kirchliche, FÜR die anderen. Klarer und schlichter kann man das nicht ausdrücken.

Wenn wir selber uns diese Frage grundehrlich stellen und eine Antwort suchen und geben, wird der Herr uns seinerseits ein Licht geben, eine Antwort, einen Ruf. Aber nicht scheint der Kairos da zu sein, sich dem zu stellen, kann es sein, dass der Mut fehlt ...

Jesus, wer bis du für MICH? Was bedeutest du mir WIRKLICH? WILL ich dich lieben, und dir nachfolgen? Nicht Bildern von dir, nicht einem netten Platz im System der Kirche, nicht einer von Gruppen oder unserer Zeit erzeugtem Bild, sondern "dir als der-du-dich-für-mich-gezeigt-hast"?

Möglich, dass wir dieser Frage in den kommenden Tagen gemeinsam nachgehen.

Donnerstag, 3. April 2008

Noch drei Monate

Was sind schon drei Monate? Eben. Wie eine Freundin mir, der ich noch immer mit der Sprache kämpfe, gesagt hat: genieße die Zeit. Will auch heißen: nutze sie. Ärgere dich nicht nur über das kleinere oder größere Unvermögen deinerseits.

Anstrengung und Seinlassen, Tatkraft und Geduld, homo faber sein aber immer auch homo gratiae, offen für die Gnade. Auf sich schauen und die anderen nie vergessen. An sich arbeiten und Gott an sich arbeiten lassen.

Ich möchte in den nächsten Einträgen mehr Theologisches einbringen, hoffentlich in einer Form die allgemein interssant und verständlich ist. Das wird sich praktischerweise mit meiner Arbeit für die Uni decken.

Ich würde mich freuen, wenn ihr zu den Themen auch Stellung nehmt, eine Meinung postet. Nicht nur hier in Madrid bei Campusatmosphäre und inspirierenden Kollegen und Professoren meine ich, dass so viel von einer guten DENKweise abhängt.

Und wie recht hat Kant, wenn er von der selbstverschuldeten Unmündigkeit redet. Wir, und damit meine ich zunächst einmal mich selber, sind lieber bequem und und machen uns nicht die Mühe selber eine entschiedene und argumentativ begründete Position in zB umstrittenen gesellschaftlichen Dingen einzunehmen.

Aber wie bittesehr sollten wir sonst Salz und Licht dieser Erde in einer postmodernen pluralistischen Gesellschaft sein?

Sonntag, 23. März 2008

El vive! Er lebt! Alleluja!


Liebe Brüder und Schwestern, verehrte Leser meiner Webseiten - Euch allen ein gesegnetes Ostern anno domini 2008!

Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen,
wußte aber nicht, daß es Jesus war.

Jesus sagte zu ihr:
Frau, warum weinst du? Wen suchst du?

Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm:
Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.

Jesus sagte zu ihr: Maria!
Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!,
das heißt: Meister.

(Johannes 20, 14-16)


Weshalb ist diese Nacht

anders als alle anderen Nächte?



Geheimnis dieser Nacht

Geheimnis dieses Morgens:


Wenn du deinen Namen

dich

angeschaut und gemeint weißt


So in diesem Blick

der Liebe

den Herrn, den Meister erkennst


Jesus

zeig dich denen

die sich suchen

Amen.

Samstag, 22. März 2008

Freitag, 21. März 2008

Viernes Santo - Karfreitag

Aus Liebe will mein Heiland sterben

Aus Liebe, aus Liebe, aus Liebe will mein Heiland sterben,
Von einer Sünde weiß er nichts, nichts, von einer Sünde weiß er nichts.

Dass das ewige Verderben
Und die Strafe des Gerichts
Nicht auf meiner Seele bliebe.

Aus Liebe, aus Liebe, aus Liebe will mein Heiland sterben,
Von einer Sünde weiß er nichts, nichts, von einer Sünde weiß er nichts.

Nochmal diese Arie, die ich erst heuer so richtig entdeckt habe. Christian Fliegner singt als Solist des Tölzer Knabenchores. Mich hat seine Stimme und Interpretation sehr berührt, wunderbar klar und künstlerisch reif.

Keine Theologenworte können mir besser das Geheimnis von Karfreitag erklären als diese viereinhalb Minuten Musik.